Karate-GemeinschaftBergisch Gladbach e.V.

Dojo

2000 – Gasshuku: 24-Stunden-Lehrgang

14.08.2013

(Dieser Artikel stammt noch von unserer alten Homepage, daher sind die Bilder leider nicht vergrößerbar.)

 

Vom 16. auf den 17. Juni 2000 fand unser erster 24-Stunden-Lehrgang („Gasshuku“) statt. Über Nacht teilnehmen konnten alle Mitglieder außer den Kindern.

 

„Gasshuku“ setzt sich aus dem Verb „gassuru“, was soviel bedeutet wie „zusammenkommen“, und dem Substantiv „shuku“, mit der Bedeutung „Unterkunft“, zusammen. Dies sagt aus, dass nicht nur das (teilweise sehr anstrengende) Training auf dem Lehrgang im Vordergrund steht, sondern das gemeinsame Streben, der Karate-Kunst näher zu kommen, und wenn möglich auch eine gemeinsame Übernachtung.

 

GASSHUKU

 

Die Karateschüler lernen schon im normalen klassisch-traditionellen Unterricht durch verschiedenste Lehrinhalte mit ihren Gefühlen umzugehen. Im Gasshuku wird dies durch Extremsituationen verstärkt: Sie werden – ihren Möglichkeiten entsprechend – über mehrere Stunden gefordert und bewusst immer wieder den körperlichen und geistigen Grenzen näher gebracht: Erschöpfung, Müdigkeit und Frustration setzen ständige Selbstüberwindung voraus, wenn die Teilnehmer nicht „scheitern“ wollen. Die Schüler sind dabei nicht alleine, denn der Lehrer, der sie die ganze Zeit begleitet, spornt sie immer wieder an, wodurch sie sich immer wieder auf’s neue überwinden lernen. Gelingt dies, machen die Schüler bedeutende Fortschritte: Sie lernen gelassener und immer weniger Spielball ihrer Gefühle zu werden.

 

Die „Rund-um-die-Uhr“-TeilnehmerInnen des Lehrgangs…

….hier ergänzt durch die Kinder am Nachmittag des 17. Juni.

 

Der Lehrgang begann am Abend des 16. Juni 2000 und sollte am Abend des 17. enden. Am Nachmittag des 17. sollte die Gruppe der Teilnehmer durch interessierte Kinder aus den Kindergruppen erweitert werden. Über die eigentlichen Inhalte ließ uns Lehrer Harald Wego bis zum Beginn des Lehrgangs im Unklaren. Lediglich, dass der Lehrgang einen „mittleren Schwierigkeitsgrad“ habe und dass die fortgeschrittenen Schüler ohne Schlaf auskommen sollten war bekannt, zudem waren Ess- und Trinkrationen (zunächst) begrenzt. Kurz vor Lehrgangsbeginn hängte Harald dann einen Zeitplan aus, der die Lehrgangsinhalte bekannt gab: Er war gefüllt mit heftigen Anforderungen an die Teilnehmer und veranlasste einige – mit Niedergeschlagenheit im Gesicht – zu äußern: „Das schaffe ich nie“! Es stellte sich heraus, dass dieser Plan so falsch war wie so einiges andere, das Harald im Bezug auf den Lehrgang im Vorfeld verlautbaren ließ. Er gehörte schlicht zu einer Verunsicherungstaktik, welche die Schüler dazu bringen sollte, die Dinge einfach mal auf sich zukommen zu lassen.

Was dann kam waren – nach dem Aufwärmen – Übungen mit unterschiedlich forderndem Schwierigkeitsgrad. Die schwerste Übung war sicherlich über den ganzen Lehrgangszeitraum einigermaßen konzentriert und wach zu bleiben. Nachfolgend eine grobe Schilderung des Lehrgangverlaufes:

Zunächst stellten sich alle Schüler in der Halle auf und es wurden im Wechsel Doppelfauststöße (morote-tsuki) und Doppel-Unterarmblocks (morote-uchi-uke) auf das Zählkommando jeweils eines Schülers ausgeführt (die Fortgeschrittenen mit Steinen in den Händen). Niemand hatte wohl Anfangs gedacht, dass sich die Wiederholungszahl schließlich in den Tausenderbereichen bewegen und die Übung über 3,5 Stunden gehen würde. Wer es schaffte, die Frage „Wann hört das endlich auf?“ aus deinem Geist zu verbannen, der konnte – zumindest phasenweise – in einen meditativen Zustand gelangen und sich im Wir-Gefühl baden, denn das ganze Dojo war nach einer gewissen Zeit voller Energie.

 

Stundenlang die gleiche Übung, das zehrt!

Meditation oder Schlaf im Stehen, wer weiß…

 

Nach dieser (und den folgenden) Strapazen gewährte Harald immer wieder Pausen und hob auch die Begrenzung der Flüssigkeitszufuhr auf, schließlich handelte es sich bei den meisten um den ersten Lehrgang dieser Art und er wollte keinerlei gesundheitliches Risiko eingehen.

 

Noch lacht Martin (das ändert sich im MorgenGRAUEN)…

Weiter geht’s!

 

Überhaupt sollte der Lehrgang den Schülern neben der Übung der Selbstüberwindung besonders auch die meditativen Aspekte des Karate-Do näher bringen. Besonders angenehm geschah dies durch eine klassische Meditationsübung mit Musik, die in der Nacht stattfand.

 

Klassische Sitzmeditation bei Kerzenschein und Musik.

Meditation in der Bewegung: Freie Kata.

 

Es folgten weitere Übungen: 100 Kata wollten z. B. absolviert werden (während die weniger fortgeschrittenen Schüler zum Teil friedlich schliefen) bis schließlich am frühen Morgen auch Selbstüberwindung pur auf dem Programm stand: Wer wollte „durfte“ an einer halben Stunde Seiken-Stehen (Liegestütz auf den Fingerknöcheln) teilnehmen. Haken an der Sache: Wer damit anfing musste die Übung durchziehen. Ziel war natürlich während der Übung nicht abzusetzen. Wer dies dennoch tat wurde von Harald (unter anderem unter Zuhilfenahme eines Bambusstocks) zum Weitermachen motiviert.

 

Während die einen (fast alle) kämpften...

…nahmen’s andere mit stoischer Gelassenheit.

 

Inzwischen war die Nacht vergangen, und nach u.a. Fußtritt- und Sandsackübungen rückte die Stunde näher, wo die „Rund-um-die-Uhr“-Gruppe von den Kindern ergänzt werden sollte. Wegen der großen Zahl an Teilnehmern wurde hierzu in die Turnhalle der Gesamtschule in Paffrath gewechselt, nachdem vorher das Dojo gereinigt worden war.

 

Sandsacktraining, noch im Dojo.

 

Die Gruppe der Jugendlichen und Erwachsenen übte sich noch in Kata, im Stock- und Freikampf und bereitete schließlich noch eine kleine Vorführung für die Zuschauer vor.

 

Harald begrüßt die Gruppe in der Turnhalle, Paffrather Str.

Konzentrierte Partnerübung, auch noch nach vielen Stunden.

 

Stockkampfvorführung.

Es rappelt im Karton! 🙂

 

Am Nachmittag strömten schließlich eine Menge Kinder der Karate-Gemeinschaft in die Halle und nahm teil an ausgelassenen Bewegungsspielen, gemeinsam mit den Jugendlichen und Erwachsenen. Für die Kinder sollte nur eines auf dem Programm stehen: Spaß! Und den hatten sie auch.

 

Jede Menge Bewegungsspiele…

…unter anderem auch Gleichgewichtsschulung.

 

Der Nachmittag mit den Kindern verging wie im Flug. Abschließend fand noch die vorher (kurz) einstudierte Vorführung statt, bei deren Durchführung so manchem Teilnehmer nun aber doch etwas Konzentrationsschwäche anzumerken war. Verständlich, denn nach fast 24 Stunden war der/die eine oder andere doch etwas „platt“.

 

Hier geht nicht mehr viel…

…hier scheinbar gar nichts mehr!

 

Am Ende des langen Tages wurde Ordnung geschaffen und die Übungsgeräte verstaut. Die einen beendeten den Tag im Schwimmbad (denn es war ein sonniger Tag gewesen), die anderen eilten nach Hause: Es fand ein Deutschlandspiel in der zu diesem Zeitpunkt stattfindenden EM statt!

 

Allen, die am Gasshuku teilgenommen haben, wird er wohl auf lange Zeit im Gedächtnis bleiben: Als Weg-Erfahrung, als gemeinsames Erleben oder einfach nur als Stolz auf das eigene Durchhaltevermögen.

Wusstest du schon?

Bei der Karate-Gemeinschaft üben wir den Shotokan-Stil und dessen Kata.

Alle Kinder werden verprügelt. Nur nicht Renate, die kann Karate.   :-)

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