Karate-GemeinschaftBergisch Gladbach e.V.

Dojo

2007 – Wald- und Wiesentraining 1

14.08.2013

(Dieser Artikel stammt noch von unserer alten Homepage, daher sind die Bilder leider nicht vergrößerbar.)

 

Am 17. Juni 2007 hieß es wieder: Handtuch mitbringen. Diesmal ging es früh morgens in einen Wald im Bergischen Land. Ihre Eindrücke von diesem knapp dreistündigen Lehrgang schildert Saskia:

 

Mein Wecker reißt mich aus dem Tiefschlaf. Es ist Sonntag, 4:45 Uhr und der Morgen meines ersten Außentrainings. Ich freue mich auf die bevorstehende Erfahrung, registriere mit Erleichterung das trockene Wetter, bin aber gleichzeitig auch nervös und angespannt: Werde ich das Training durchhalten? Reicht meine Kraft? Habe ich mir zu viel zugetraut? Die Fragen begleiten mich seit etwa einer Woche, doch ein Rückzieher kommt nicht in Frage!
Im Dojo angekommen. 5:30 Uhr. Ab dem Eintreten beginnt das Training, erklärt Frank, so dass geschwiegen wird. Okay, das ist um diese Uhrzeit meine leichteste Übung! Nach dem Umziehen wärme ich mich im dunklen Dojo mit freier Kata auf. Jede Bewegung ist eine Qual. Mein Körper verlangt nach Bett und Schlaf, meine Psyche erklärt mich für bescheuert und mein Verstand fragt sich warum ich mir so etwas eigentlich antue. Ob es den Anderen genauso geht?
Angrüßen mit der Gruppe. Fast alle sind trainingserfahrener als ich, und Frank erklärt, es würde anstrengend und wer nicht mehr könnte, sollte dann zum Dojo zurückkehren. Die Worte wecken das Kampftier in mir! Ich werde durchhalten! Ich werde alles geben! Ich bin stark!

 

Paarweise laufen wir los. Barfuß geht es durch das morgendlich stille Bergisch Gladbach. Erstaunt stelle ich fest wie leicht mir das Laufen fällt. Noch vor zwei Jahren wäre so eine Strecke für mich undenkbar gewesen!
Endlich am Wald angekommen führt ein schmaler Pfad zu einem Rondell. Die Ersten der Gruppe stehen dort bereits im Liegestütz. Jeder Ankommende reiht sich in den Kreis ein. Der Anblick beeindruckt mich. Es folgt freie Kata am Mann und Tsukis (Fauststöße) entlang des Kreises. Dann setzten wir uns und spüren die Natur, hören den Wald, atmen. Das tut gut nach 50 Tsukis im Kiba-Datchi (der Reiterstellung)!

 

Nach der ersten Anstrengung wurde neue Energie im stillen Wald getankt.

 

Danach arbeiten wir uns zwei Mal mit freier Kata eine Treppe hinauf und herab, laufen ein Stück und bilden dann eng aneinander eine Reihe, stehend im Kiba-Dathi. Ein großer, schwerer Stein wird vom Letzten zum Ersten durch die Beine gereicht, dann das Selbe über die Köpfe hinweg. Ich halte ihn, kämpfe um meine Kraft und spüre wie mir vom Vorder- und Hintermann geholfen wird. Ich merke, dass ich ein Teil dieser Gruppe bin, Teil eines Ganzen. Ein gutes Gefühl!
Anschließend kriecht jeweils der Reihenletzte durch die Beine der Anderen bis wir eine Straße erreichen. Wieder steht ein kurzer Lauf an. Auf einem unbefestigten Sportplatz trainieren wir Partnerübungen, Kata, Grundschule, ringen… Meine brennenden Füße nehme ich nur noch sekundär wahr, bin ganz im Training eingetaucht.

 

Treppenstieg mit freier Kata.

Robben über den weichen Waldboden.

Treppauf, treppab… und wieder von vorne…

Zum Glück gibt es Waschmaschinen.

 

Es geht weiter in den Wald hinein. Auf einer kleinen Anhöhe arbeiten wir mit freier Kata an den Bäumen. Die Sonne schickt ihre ersten Stahlen. Wir kämpfen mit Ästen und Stöcken, ich kralle meine Hände fest in den Boden. Natur pur. Was würden wohl Andere sagen die mich so sehen, schießt es mir durch den Kopf. Egal. Ich bin ich. Das reicht.
Wir sollen uns einen Platz suchen, an dem wir uns wohl fühlen und dort die Augen schießen. Ich lehne an einem Baum, nehme den Augenblick bewusst in mich auf, rieche und fühle das Hier und Jetzt. Langsam lösen wir uns von dieser Übung mit freier Kata.

 

Entspannung in den Bäumen, …

…jeder wie er sich wohlfühlt.

 

Wir laufen zum Fuß des Hügels, und ab jetzt wird das Training leichter, d.h. weniger Kampf weniger Philosophie. Wir spielen so eine Art „Räuber und Gendarm“ in zwei Gruppen, dann geht es zum Sportplatz zurück, wo Fangen,Tauziehen und auf einem Seil balancieren ansteht.

 

Partner- und Freikampfübungen, …

…sowie Geländespiele auf der Lichtung.

Beratung vor dem Kampf im Gelände…

…und schließlich der Kampf selbst.

 

Abgrüßen.
Wie? Schon vorbei?
Der Rückweg erschient mir bei weitem kürzer als der Hinweg, auch wenn das nicht so sein kann, und meine Füße wieder gegen das Straßenpflaster protestieren.
Am Dojo angekommen wird durch Füße-Säubern, duschen und Zecken-Check allmählich wieder ein Vorzeigemensch aus mir.

Zu Hause kuschel ich mich gemütlich in den Sessel. Es ist 10:00 Uhr. Ich bin hundekaputt, glücklich und stolz. Ich habe es geschafft! Ich habe gekämpft und gewonnen!

 

(Bericht von Saskia)

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