Karate-GemeinschaftBergisch Gladbach e.V.

Dojo

2009 – Gasshuku: 40-Stunden-Lehrgang

14.08.2013

(Dieser Artikel stammt noch von unserer alten Homepage, daher sind die Bilder leider nicht vergrößerbar.)

 

40-Stunden-Lehrgang
2. – 4. Oktober 2009
von Vanessa mit Unterstützung von Jessica und Alex

 

Am Freitag kam ich wie üblich zum Training, doch an diesem Abend war ich sehr aufgeregt. Warum? An diesem Wochenende fand der 40-Stunden-Lehrgang statt und fast niemand wusste etwas über den genauen Inhalt.

 

Das normale Freitagstraining begann dann aber doch nicht so normal. Wir wiederholten einen Großteil der Stunde immer weiter zwei die gleichen Techniken. Diese Übung war sehr interessant. Dann sind wir raus ins Freie gegangen und haben freie Kata und Partnerübungen im Feuerschein eines Lagerfeuers gemacht.

 

Training in der großen Gruppe um eine Feuerschale

Mal eine etwas andere Atmosphäre als im Dojo selbst zu üben

 

Um 20.45 Uhr endete das „normale“ Freitagstraining und wir hatten eine Stunde Pause mit der Möglichkeit, noch etwas zu essen.

 

Pause nach dem Training…

…und die Möglichkeit etwas Obst zu essen

 

Anschließend ging das Training weiter. Frank zeigte uns eine Technikabfolge, die wir immer wieder wiederholen sollten. Nach einer Zeit ging er mit der Hälfte der Gruppe in den unteren Übungsraum und ich und der Rest des Trupps blieben im großen Dojo. Nach einer Zeit holte Frank auch uns runter und wir sollten uns still und leise zu den anderen setzten. Es war eine mysteriöse Stimmung. Wir sollten uns ganz darauf konzentrieren, was wir fühlten. Kurz darauf gingen alle wieder hoch und „meine“ Gruppe war dran, als erste runter zu gehen. Frank erklärte uns, wir sollen uns vorstellen zu fliegen und uns ganz auf diesen Gedanken konzentrieren, während die anderen oben weiter Techniken machten. Ich bekam wirklich das Gefühl zu fliegen. Auch die andere Gruppe wurde zu uns geholt und sollte sich zu uns setzen und geistig Kontakt mit uns aufnehmen. Anschließend sprachen wir über das was wir gespürt hatten. Tatsächlich gab es Leute aus der anderen Gruppe, die das Gefühl von Leichtigkeit und des Fliegens bei uns gefühlt hatten ohne zu wissen, worauf wir meditierten.

 

Nach dem Training zogen wir uns um und gingen in bequemer Kleidung zur Meditation, was nicht nur für mich, sondern auch für viele andere etwas ganz Neues war. Wir machten eine geführte Meditation aus dem Diamantweg-Buddhismus.


Um 00.00 Uhr war dann Nachtruhe und wenn nicht irgendjemand geschnarcht hätte, wäre es tatsächlich ruhig gewesen…

 

Um 6.00 Uhr mussten wir aufstehen und nach etwa einer halben Stunde Zeit zum Aufräumen und Wachwerden schritten wir zum morgendlichen Yoga, welches unter der Leitung von Katja stand. Häufig erinnerten die Übungen an Dehnübungen, welche wir so oft im normalen Aufwärmtraining machten.
Es folgte wieder die Meditation vom Vorabend, worauf ich mich besonders freute, da man in diesen Minuten noch mal Kraft tanken konnte.
Schnell zogen sich alle ihre Anzüge für das folgende Taining an. In der Umkleide fiel mir auf, dass ich nicht die Einzige war, die noch müde war aber trotzdem vor Energie platzte.
Im Training machten wir etwa zehn Mal die erste Kata mit bewusstem Ein- und Ausatmen bei verändertem Atemrhythmus. Danach machten wir auch andere Kata sehr bewusst und in unterschiedlichem Tempo. Am Ende sollten wir uns alle hinsetzen und es wurden immer nur einige aufgerufen, um Kata vor zu machen. Dies war die letzte Übung des morgendlichen Trainings.

 

Um 9.00 Uhr gab es dann endlich Frühstück. Diesem folgte das Samu, „konzentriertes Arbeiten“, was wir völlig schweigend ausführen sollten. Jessi und ich zogen mit Gesa den Baumstämmen für den Trainingsgarten das Fell über die Ohren (wir entfernten die Rinde), wärend Alex mit anderen im Trainingsgarten schaufelte. Wieder andere strichen die Umkleiden oder übernahmen sonstige Instandhaltungsarbeiten. Ein kleiner Teil der Gruppe hatte als Arbeit due Zubereitung des Mittagessens. Nach etwa drei Stunden war die Übung beendet und jeder räumte noch seine Sachen weg und begab sich zu Tisch.

 

Vanessa schabt am Stamm…

…ebenso wie Jessica

Petra hat den Klassiker unter den Samu-Arbeiten: Den Hof kehren.

Michael, Ben und Ingrid halten das Dojo in Stand

Dennis, Lukas, die Davids und andere werkeln im zukünftigen Trainingsgarten

Das war wie eine zusätzliche Trainingseinheit: Ganz schön anstrengend!

Thorsten und Richard streichen die Herrenumkleide

…und Katja, Saskia und Caro die der Damen. Markus als gelernter Maler hilft überall aus.

Marcel und Janine bereiten das Mittagessen zu, …

…welches Gregor dann zu einer leckeren Mahlzeit kocht. Für den einen oder anderen etwas zu scharf. 🙂

 

Auch das Mittagessen, welches nicht nur ich etwas scharf fand, war mit einer Übung verbunden. Wir lauschten den sogenannten „Fünf Betrachtungen“ (Gokan no ge), die einen besonderen Blick auf unsere Nahrungsmittel eröffnen sollen. Das Essen war anschließend bewusst und konzentriert einzunehmen, geleitet von den fünf Leitsätzen. Das ist gar nicht so einfach wie es sich anhört.

 

Es folgte eine 2 ½-stündige Trainingseinheit, auf die ich mich besonders freute. Doch zuvor sprachen wir noch über den Lehrgang. Nach der Beantwortung von Fragen las Frank noch einen Text vor, der die geistigen Aspekte der Karate-Übung behandelte.

 


Manchmal ging es auch theoretisch zu

 

Dann begann das Training. Wir wiederholten einige Kata und machten viele verschiedene Partnerübungen. Ich merkte wie es zunehmend schwerer wurde mich zu konzentrieren, nicht zuletzt, weil ich mir eine leichte Verletztung am Fuß zugezogen hatte. Doch ich war nicht die Einzige mit Schmerzen. Dennis brach sich sogar einen Zeh, als er unglücklich mit seinem Partener zusammenstieß. Nach den Partnerübungen machten wir noch kurze, stark reglementierte Freikämpfe und schließlich noch ein paar Überwindungsübungen, die uns an die Grenze unserer Leistungsfähigkeit brachten.

 

Hier ein paar Eindrücke vom Training: Anders im Chudan Kamae…

…und David konzentriert mit Tate Shuto Uchi

Gregor und Frank demonstrieren eine
Bodenkampf-Übung…

…die Sara und Janine und die anderen dann umsetzen.

Selbstverteidigungsübungen: Thorstenen greift David in die Haare…

…und die kleine Janine kämpft gegen den 2-Meter-Ben.

Jessica verpasst Felix eine unter das Kinn…

…und und Ingrid der Sara die Finger in die Augen – jedenfalls theoretisch.

Frank demonstriert einen Armhebel an Gertrud.

Und wieder David (Jessica) gegen Goliath (Ben)!

 

Nach dem anstrengenden Training folgte das Abendessen und eine weitere halbstündige Übung, die „Nichts-tun“ beinhaltete. In dieser Zeit sollte sich keiner mit irgendwelchen Dingen außer sich selbst beschäftigen. Wie die Schüler das taten blieb ihnen überlassen. Manche gingen spazieren, andere setzten sich irgendwo hin und dachten nach. Gesprochen werden durfte nicht. Also setzte ich mich auf die Treppe zu den Umkleiden und dachte nach. So einfach es sich auch anhört, es ist ziemlich schwer „einfach“ nichts zu tun.

 

Anschließend stand wieder ein Karate-Training an: Wir zogen uns um und traten wieder ins Dojo. Nachdem wir angegrüßt hatten sollten wir uns in einen Kreis stellen und Anders wurde in die Mitte gerufen. Er sollte die Augen schließen und dann griff Frank ihn an. Anders wich reflexartig zurück. Damit zeigte Frank uns, das man Angriffe spüren konnte, auch mit geschlossenen Augen.
Nach dieser Demonstration suchten wir uns einen Partner und richteten uns in der Mitte aus. Einer von beiden sollte zur Wand gehen und die Augen schließen. Der andere näherte sich ihm langsam und griff mit Kuma-Te („Bärentatze“) zum Rücken an. Der andere sollte dies erspüren und sich im richtigen Moment umdrehen. Wenn man sich komplett auf seinen Körper verließ, war es nicht schwer das zu spüren.
Danach holte sich einer der Partner ein Shinai (Bambusschwert) und der andere setzte sich mit dem Rücken zu ihm in den Schneidersitz, die Augen geschlossen. Jetzt griff der mit dem Shinai langsam zum Kopf an und der andere musste intuitiv Age-Uke (hoher Block) abwehren. Wer nicht früh genug abwehrte durfte leicht aber doch ein bißchen schmerzhaft am Kopf berührt werden.
Nach dieser Übung bildeten wir zwei Kreise. Zwei aus dem Kreis gingen in die Mitte und bekamen Augenbinden. Blind wurden sie mehrmals im Kreis gedreht und mussten dann versuchen den anderen im Kreis zu finden und mit Nukite (Speerhand) am Bauch zu berühren. Bei dieser Übung wurde viel gelacht. Da einige ziemlich verpeilt aussahen und teilweise auch den Kreis statt den Gegner angriffen. Zum Abschluß spielten wir noch ein Spiel, bei dem ein blinder Wächter seinen Pratzen-Schatz gegen leise Diebe zu verteidigen hatte

Alle Übungen dieses Trainings dienten der Schulung unserer Intuition und des Vertrauens in unsere Wahrnehmung, auch wenn unsere Sinne begrenzt wurden. Die letzte Intuitionsübung war dann die Auswahl eines Filmes: Drei DVDs wurden von Handtüchern verdeckt ins Dojo gelegt und die Gruppe sollte sich intuitiv zu dem Film stellen, den sie sehen wollte. Wir entschieden uns für „Die Tochter des Meisters“, ein in die Jahre gekommener Klassiker der Kampfkunstfilme, doch das erfuhren wir erst später. Damit war das Training leider zu Ende.

 

Am Abend sahen wir uns den „gewünschten“ Film an. Doch wir diskutierten mehr als den Film zu gucken, denn dieser war wegen seines Alters unfreiwillig komisch. Naja, wir hatten ihn uns ja „ausgesucht“.
Nach dem Film begaben wir uns wieder zu einer Meditationseinheit, die ich mittlerweile sehr beruhigend und entspannend fand.

 

In dieser Nacht konnte ich sogar schlafen, da bei uns dieses Mal keiner geschnarcht hatte. Der folgende Morgen begann wie der am Vortag. Wir starteten mit Yoga ,was sehr viel schwerer ist, als es aussieht. Ich hatte sogar Muskelkater vom Yoga. Dann folgte wieder eine Meditationseinheit, die zu meinem Bedauern schon die letzte des Lehrgangs war.

 

Das morgendliche Training fand fast nur draußen bei Vogelzwitschern im Nieselregen statt, der sehr erfrischend war. Wir machten freie Kata und Freikampf und Frank hat mich an ein Makiwara-Brett gestellt und mich Tsukis (Fauststöße) schlagen lassen. Da nur ich diese Übung machte war ich etwas verwirrt. Als wir wieder drinnen waren durfte ich meinen ersten Bruchtest machen: Ich zerschlug ein Brett! (Ich hatte an diesem Tag Geburtstag.) Deshalb draußen auch die Extraübung – Frank wollte sehen, ob meine Technik dazu schon ausreichte.

 


Geschafft! 40 Stunden konzentriert am Stück trainiert, gearbeitet, meditiert usw. Das ist eine tolle Erfahrung
aber auch schön, wenn es wieder vorbei ist… 🙂

 

Nach dem folgenden Frühstück mit Geburtstagsständchen ging es dann ans Aufräumen und damit war der Lehrgang leider auch schon zuende. Ich muss sagen, es war ein sehr anstrengendes aber lehrreiches Wochenende!

Wusstest du schon?

Das traditionelle Karate lehrt auch Hebel, Würfe und den Kampf am Boden.

Alle Kinder werden verprügelt. Nur nicht Renate, die kann Karate.   :-)

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